CertConsulting · Herstellerqualifikation

DIN EN 1090 — Herstellerqualifikation für tragende Bauteile

ADLER CertConsulting unterstützt Hersteller tragender Stahl- und Aluminiumbauteile bei der Einordnung von DIN EN 1090 und beim Aufbau der werkseigenen Produktionskontrolle.

Überblick

EN-1090-Beratung beginnt mit einer Anwendungsbereichsprüfung. Nicht jedes geschweißte oder metallische Bauteil fällt automatisch unter DIN EN 1090-1. Für erfasste tragende Bauprodukte unterstützt ADLER CertConsulting bei Ausführungsklasse, werkseigener Produktionskontrolle, ISO-3834-Anforderungen und technischer Dokumentation. Die unabhängige notifizierte Stelle bewertet und zertifiziert die WPK, soweit das vorgeschriebene Bewertungsverfahren dies verlangt. Verantwortung für Leistungserklärung und CE-Kennzeichnung bleibt beim Hersteller.

Anwendungsbereich

DIN EN 1090-1 beschreibt das Konformitätsnachweisverfahren für tragende Stahl- und Aluminiumbauteile sowie Bausätze, die als Bauprodukte in Verkehr gebracht werden. Ob sie anzuwenden ist, hängt vom Produkt und vorgesehenen Verwendungszweck ab. Nach der Erläuterung der EU-Kommission muss das Produkt unter den Anwendungsbereich der harmonisierten EN 1090-1 fallen, dauerhaft in ein Bauwerk eingebaut werden, eine tragende Funktion haben und darf nicht durch eine speziellere europäische Produktspezifikation erfasst sein.

Werkseigene Produktionskontrolle

Für erfasste Produkte richtet der Hersteller eine werkseigene Produktionskontrolle ein. Sie umfasst die fortlaufende Steuerung und Dokumentation der Herstellung, damit die erklärte Leistung verlässlich erreicht wird. Dazu können Zuständigkeiten, Wareneingang, Fertigungsplanung, Personal- und Verfahrensqualifikationen, Prüfungen, Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit, Behandlung nichtkonformer Produkte und Aufzeichnungen gehören.

Ausführung und Schweißtechnik

DIN EN 1090-2:2024-09 enthält die aktuellen deutschen technischen Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken. Für Aluminiumtragwerke ist DIN EN 1090-3:2019-07 relevant. Die projektspezifisch festgelegte Ausführungsklasse beeinflusst den Umfang der Ausführungs- und Qualitätsanforderungen. Sie darf nicht allein aus Marketing- oder Zertifizierungsgründen gewählt werden.

Bei geschweißten Bauteilen besteht eine enge Verbindung zur ISO-3834-Reihe. Die erforderliche Qualitätsstufe, Aufgaben der Schweißaufsicht, Schweißanweisungen, Verfahrens- und Personalqualifikationen werden anhand von Ausführungsklasse und anwendbaren Anforderungen bestimmt.

Rechtlicher Rahmen

Seit dem 8. Januar 2026 ist die neue Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110 grundsätzlich anwendbar. Sie enthält umfangreiche Übergangsregelungen; harmonisierte Normen aus dem bisherigen System bleiben teilweise weiter wirksam. Rechtlicher Rahmen, harmonisierte Fassung und konkrete Pflichten müssen deshalb produktbezogen aktuell geprüft werden.

Leistungsfelder

  • Prüfung des Anwendungsbereichs von DIN EN 1090-1
  • Einordnung von Produkt, Verwendungszweck und Ausführungsklasse
  • Aufbau und Weiterentwicklung der werkseigenen Produktionskontrolle
  • Zuständigkeiten, Fertigungs- und Prüfplanung
  • Materialnachweise, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit
  • Anforderungen aus ISO 3834 und an die Schweißaufsicht
  • WPS, Verfahrens- und Personalqualifikationen
  • Umgang mit Abweichungen und nichtkonformen Produkten
  • Vorbereitung auf die Bewertung durch die notifizierte Stelle
  • Unterstützung bei Aufrechterhaltung oder Erweiterung der WPK

Häufige Fragen

Gilt DIN EN 1090 für jedes geschweißte Metallbauteil?

Nein. Entscheidend sind Anwendungsbereich, vorgesehener Verwendungszweck, dauerhafter Einbau, tragende Funktion und mögliche speziellere Produktspezifikationen. Dies muss für das konkrete Produkt geprüft werden.

Was ist die werkseigene Produktionskontrolle?

Die WPK ist die dokumentierte, fortlaufende Kontrolle der Herstellung durch den Hersteller. Sie soll sicherstellen, dass die erklärte Produktleistung zuverlässig erreicht und nachgewiesen wird.

Wer legt die Ausführungsklasse fest?

Die Ausführungsklasse ergibt sich aus den für das Bauwerk und das Produkt geltenden Planungs- und Ausführungsanforderungen. Sie sollte projektbezogen durch die dafür verantwortlichen Stellen festgelegt beziehungsweise bestätigt werden.

Wer stellt das WPK-Zertifikat aus?

Soweit das vorgeschriebene Bewertungsverfahren eine WPK-Zertifizierung verlangt, erfolgt sie durch eine dafür notifizierte unabhängige Stelle. ADLER CertConsulting bereitet den Hersteller darauf vor, stellt das Zertifikat aber nicht aus.

CertConsulting

Anwendungsbereich und WPK gemeinsam klären

Nennen Sie uns Produkte, vorgesehenen Verwendungszweck, Werkstoffe, Ausführungsklassen, Herstellungsprozesse, Schweißaufsicht, Standorte und vorhandenen WPK-Status.